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18. Oktober 2012

Moralapostel des Internets

Egal was passiert, in letzter Zeit wird online immer mehr dazu übergegangen, alles was getan wird in Frage zu stellen. Dahinter steht dann die Argumentation, man hätte das dafür „verschwendete“ Geld doch auch in Forschung für Medizin stecken können, oder einer Hilfsorganisation spenden können.

Deutlich geworden ist dieses Phänomen wieder einmal bei Felix Baumgartners Sprung aus 39km Höhe. Der Postillion veröffentlichte einen Artikel, der Sprung wäre ungültig weil Felix die Linie übertreten habe. Der Artikel an sich ist gut geschrieben und Satire vom feinsten. Neben den ungläubigen Kommentaren, in denen der Artikel angezweifelt wird, der Autor beleidigt wird oder die Seriosität des Postillions angezweifelt wird (Man sollte nicht glauben, wie viele Leute so einem Artikel glauben schenken) gibt es einige Kommentare die in die oben angesprochene Richtung gehen. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, vier Beispiele dafür bei Facebook rauszusuchen (Gibt sicher mehr, aber mich verließ die Muße weiterhin die geistigen Ergüsse der deutschen Bildungselite durchzugehen)

Egal bei welcher größeren wissenschaftlichen Bekanntmachung in letzter Zeit: Solche Kommentare tauchen leider immer wieder auf. Sei es die Inbetriebnahme des LHC in CERN, die Landung des Rovers Curiosity auf dem Mars – immer wäre das Geld besser investiert, wäre es an eine Hilfsorganisation gespendet worden – oder (witzig besonders im Hinblick auf den LHC oder Curiosity) an eine wissenschaftliche Organisation.  Das all die von mir angesprochenen Dinge der Wissenschaft und somit auch der Menschheit weiterhelfen wollen die Kommentatoren nicht wahrhaben, ich vermute ihnen erschließt sich nicht der Sinn der Forschung (Als direkte Schlussfolgerung aus der Rechtschreibung der Kommentare kann man wohl den Besuch der Hauptschule sehen, für einen solchen Schüler ist es natürlich fragwürdig, warum es sinnvoll ist, z.B. Atome mit hoher Geschwindigkeit aufeinander zu schießen).

Bis zu dieser Stelle mag man solchen Individuen ja noch zu gute halten, das Sie wenigstens den Versuch unternehmen, für eine gute Sache einzustehen. Klickt man dann aber ein wenig auf die Profile dieser Leute erkennt man schnell, das Sie heimlich ihr Geld auch lieber für überteuerte Mode oder Geräte ausgeben – Hauptsache es ist ein Logo darauf. Oder sie interessieren sich für die letzte Partynacht einer dahergelaufenen Tussi, die es dank ihrer (für viel Geld) vergrößerten Brüste ins Fernsehen geschafft hat, bei der mehr Geld ausgegeben wurde, als besagte Leute später im Monat verdienen werden. Sowas geht in Ordnung – einen Roboter zu bauen, der unseren Nachbarplaneten erkundet, oder den Aufbau des Universums zu erforschen ist jedoch Geld welches besser in die Menschheit investiert hätte sollen?

Am besten wäre es, diese Leute würden das Geld für ihren Internetanschluss und ihre Smartphones nach Afrika schicken um dort zu helfen anstatt hier zu meckern warum die anderen (Leute welche die Menschheit tatsächlich weiterbringen!) nichts tun!

 

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